Checkliste Bewerbung

Schön wäre es, wenn am Ende der Schulzeit ein netter Arbeitgeber an deine Tür klopft und dich fragt, ob du nicht deine Ausbildung bei ihm machen möchtest. Da das aber leider sehr selten vorkommt, musst du selbst tätig werden. Es gibt sicherlich Schöneres als Bewerbungen zu schreiben, aber oft kommt am Ende dafür etwas Tolles heraus!

Dasselbe gilt auch dann, wenn du deine Ausbildung abgeschlossen hast, aber in deinem Ausbildungsbetrieb nicht bleiben willst oder kannst. Jetzt geht es auch für dich auf die Suche nach einem geeigneten neuen Arbeitgeber. Unsere Checkliste hilft dir, den Überblick zu bewahren.

Wo bewerben?

Du hast dir aus den vielen Möglichkeiten einen bestimmten Beruf ausgesucht, den du gern erlernen möchtest oder den du bereits erlernt hast. Jetzt geht's einen Schritt weiter, denn schließlich möchtest du ja einen Arbeitgeber finden, der eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz in dem Bereich anbietet. Also los.

  • Recherche I: Wer bietet Ausbildungen oder Arbeitsplätze in meiner Wunschbranche an? (Internet, Bundesagentur für Arbeit, einschlägige Zeitungen mit Stellenbörse, Stellenbörsen-Newsletter)
  • Mach deinen Wunsch bekannt! Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, erzähle möglichst vielen deiner Freunde, Bekannten und Verwandten von deinem Ausbildungs- oder Berufswunsch. Vielleicht hat jemand einen Tipp oder kennt einen passenden Betrieb.
  • Fragen! Du hast bereits einen Betrieb im Visier, der dir gut gefällt? Je nachdem, von welcher Größenordnung wir hier sprechen, kann ein spontaner persönlicher Besuch nicht schaden. Etwa, wenn du bereits Stammkunde beim Bäcker, Dauergast in der Bibliothek oder langjähriger Patient beim Arzt bist, die alle eine Ausbildung und/oder Stelle anbieten könnten. Bei Großunternehmen, wo du bisher niemanden persönlich kennst, ist so ein Spontanbesuch jedoch eher unangebracht.
  • Recherche II: Welche Unternehmen haben einen guten Ruf und bieten mir einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz mit Perspektive? (Internet, Karriereportale wie XING oder LinkedIn, Firmenbewertungen)
  • Nutze die Möglichkeit, Ausbildungs- und Karrieremessen zu besuchen. Es gibt deutschlandweit regelmäßig Messen und Kongresse, auf denen du Arbeitgeber direkt persönlich am Stand kennenlernen und deine Fragen stellen kannst. Der große Vorteil ist, dass du dir ein besseres Bild von den Menschen machen und später auf deinen Besuch auf der Messe im Anschreiben hinweisen kannst.

Wie bewerben?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu bewerben — persönlich, telefonisch, per E-Mail, per Online-Formular oder per Post. Wesentlich für dich ist das, was das Unternehmen vorgibt und verlangt! Mittlerweile sind viele Arbeitgeber auf Bewerbungen per E-Mail umgestiegen, auch gibt es spezielle Online-Bewerbungsformulare, bei denen du bereits vorgegebene Felder vorfindest, die du ausfüllen musst.

  • Welche Bewerbungsart schreibt das Unternehmen vor? Habe ich die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten?
  • Welche Dateien muss ich vorbereiten, um sie per E-Mail oder im Bewerbungsformular zu versenden? Wie viele darf ich mitschicken? Ist das Dateiformat angegeben (PDF, Word)?
  • Haben die Dateien sinnvolle Bezeichnungen (etwa „Bewerbung_Müller_01.01.2014“)?
  • Kenne ich den Ansprechpartner oder die Ansprechpartnerin mit Namen? („Sehr geehrte Frau Neumann“ klingt besser als „Sehr geehrte Damen und Herren“)
  • Deine E-Mail-Adresse checken! putzigemaus@... kommt nicht bei jedem gut an. Lege dir also frühzeitig eine seriöse E-Mail-Adresse an, die möglichst deinen Namen enthält.

Sollte nicht alles in der Stellenbeschreibung angegeben sein, sammle deine Fragen und traue dich, anzurufen! Auf ein freundliches Telefonat, in dem du bereits dein Interesse zeigst und deine Bewerbung ankündigst, kannst du schließlich auch in deinem Anschreiben Bezug nehmen („Vielen Dank für das informative Telefonat vom 15.11.2013...“).

Kreativität statt Standard

Wir erklären dir hier mit Absicht nicht, wie ein Anschreiben „auszusehen hat“, denn da gehen die Meinungen stark auseinander. Dafür geben wir dir lieber ein paar Fragen und Infos an die Hand, die du dir selbst mal zu Gemüte führen kannst. Denn die Zeiten der genormten Standard-Bewerbung sind hoffentlich bald Geschichte.

  • Keine Phrasendrescherei! Typische 08/15-Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ sind überflüssig. Schließlich sieht der Arbeitgeber, dass du dich bewirbst und offensichtlich Interesse hast.
  • Stelle deine Besonderheiten heraus! Wenn du eine besondere Begabung oder Qualifikation hast, dann bringe Beispiele dafür an, was du damit schon erreicht hast.
  • Verbindlich und voller Begeisterung: Formuliere dein Anschreiben für jede Bewerbung individuell! Informiere dich genau über die Firma und die Aufgaben, die auf dich warten. Nur so kommt deine Bewerbung ehrlich und authentisch rüber.
  • Ungewöhnlich: Gewiss ist jeder Arbeitgeber anders, und es lässt sich nur schwer erraten, wie eine kreative Bewerbung fernab der herkömmlichen Standards bei ihm oder ihr ankommt. Fest steht jedoch: die Mehrheit der Personalverantwortlichen überfliegt langweilige Anschreiben lediglich wenige Sekunden. Alles, womit du herausstichst, kann hilfreich sein. Aber Vorsicht: Zu viele verschiedene Schriftarten und Farben sind eher kontraproduktiv (es sei denn, dein Beruf als Grafiker, Setzer, o. ä. ist ein passender Anlass, um dein Können oder Wissen zu demonstrieren). Sei originell!
  • Originell, aber nicht übertrieben! Faustregel: Je konservativer ein Unternehmen auftritt (Tradition, Branche, Produktpalette, Führung), desto zurückhaltender solltest du dich präsentieren. Denn jede kreative Bewerbung benötigt eine tadellose, überzeugende Grundidee. Eine verrückte Idee ohne Konzept dahinter wird deinen potenziellen Arbeitgeber nicht begeistern.

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