Checkliste Studienplanung

Sein Studium zu planen, das erfordert vor allem Flexibilität. Manche Studiengänge werden nur an wenigen Unis oder FHs angeboten und sind deshalb sehr überlaufen. Andere wiederum kannst du überall studieren, dafür sind jedoch auch die Schwerpunkte verschieden und die Qualität der Hochschulen und Studienorte unterschiedlich.

Wenn du noch keine ganz genaue Vorstellung hast, dann schau dir die Checkliste an. Die Fragen, die hier stehen, solltest du dir selbst stellen und in Ruhe beantworten. Vielleicht kommt am Ende etwas anderes heraus als du dachtest.

Hilfreich sind auch die großen Studientests, die einschlägige Magazine vor Semesterstart veröffentlichen. Letztlich gilt es aber, sich auf seinen eigenen Instinkt zu verlassen. Und wenn du nach einem oder zwei Semestern merkst, dass du dich für die falsche Stadt, die falsche Uni oder das falsche Studium entschieden hast, ist ein Wechsel schließlich auch möglich.

Vorausschauend planen

Du schwankst noch zwischen mehreren Studiengängen oder hast eine konkrete Idee, weißt aber nicht, ob du „damit auch mal was machen kannst“!? Dann informiere dich gut, bevor du dich für einen bestimmten Studiengang entscheidest.

  • Liegen mir die Themen und Fächer, die ich während des Studiums bestehen muss?
  • Wie hart sind die Prüfungen, wie hoch die Durchfallquoten?
  • Was kann ich hinterher werden?
  • Ist das ein Fach für Berufe mit Zukunft?
  • Wie hoch ist die Chance, hinterher eine Anstellung zu finden?

Voraussetzungen für dein Wunsch-Studium

Ideal ist es, wenn du schon während der Schulzeit weißt, was du später einmal studieren möchtest. Du kannst dich dann früh genug mit den Dingen auseinandersetzen, die für den Studiengang vorausgesetzt werden. Beschäftige dich also rechtzeitig mit folgenden Fragen:

  • Ist ein Vorpraktikum erforderlich?
  • Benötigt man einen bestimmten Notendurchschnitt (Numerus Clausus)?
  • Benötigt man andere Qualifikationen (Latinum, Graecum, etc.)?
  • Welche allgemeinen Fähigkeiten („soft skills“) sollte man mitbringen?
  • Sind die Studienplätze zulassungsfrei oder gibt es Zulassungsbeschränkungen?
  • Gibt es für meinen Studiengang ein bundesweites (zentrales) Vergabeverfahren?
  • Gibt es Eignungsprüfungen und/oder Vorkurse, die ich absolvieren muss?

In den meisten Fällen benötigst du für die Bewerbung an einer Hochschule oder über das Vergabeverfahren beglaubigte Kopien deines Abiturzeugnisses! Plane das frühzeitig ein und lass dir am besten dein Zeugnis kurz nach Aushändigung (mehrfach) kopieren und beglaubigen.

Finanzen im Blick

Wenn du dich in der glücklichen Situation befindest, keine Geldsorgen zu haben (etwa, weil deine Familie dich sponsert oder du genügend Rücklagen hast): Gratulation! Die meisten Studierenden sind jedoch auf finanzielle Hilfe angewiesen. Informiere dich also schon möglichst vor dem Studium gründlich darüber, wie du deinen Lebensunterhalt sichern möchtest und kannst.

  • Wie viel Geld werde ich monatlich brauchen (Miete, Lebensmittel, Fachbücher, Kopien, Freizeit, Mitgliedsbeiträge, Semesterticket, Telefon, etc.)?
  • Zahlen meine Eltern mir das Studium?
  • Habe ich Anspruch auf BAföG oder andere Unterstützung?
  • Wie hoch sind die Semesterbeiträge an der Uni/FH, an die ich möchte?
  • Gibt es für mich eine Förderung oder ein Stipendium?
  • Kann ich nebenbei arbeiten, um mir Studium, Wohnung, etc. zu leisten?
  • Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in der Studienstadt?

Fristen nicht verpassen

Wer an einer Hochschule eincheckt, dem wird ziemlich schnell der bürokratische Wahnsinn klar, der meistens durchgemacht werden muss. Informiere dich daher frühzeitig über Termine und Fristen, die für deinen Studiengang wichtig sind.

  • Bis wann muss ich mich bewerben?
  • Welche Unterlagen müssen bis wann eingeschickt werden?
  • Wann kann oder muss ich mich um BAföG, Wohngeld, etc. kümmern?
  • Wann muss der Semesterbeitrag überwiesen werden?
  • An welchem Tag beginnt mein Studium und wo muss ich mich einfinden?
  • Gibt es einen Ansprechpartner an der Hochschule, dem ich weitere Fragen stellen kann?
  • Wie sind die Öffnungszeiten des Studiensekretariats?

Soziales Umfeld

Vielleicht der wichtigste Aspekt, um eine glückliche Studienzeit zu verbringen, sind die Freunde und Kommilitonen. Wenn du noch unsicher bist, an welchen Studienstandort es dich zieht, informiere dich vorher über die Aktivitäten, die geboten werden, wie viele Studierende dort leben und ob es Gruppen und Organisationen gibt, denen du dich anschließen kannst.

  • Liegt die Hochschule in einer typischen „Studentenstadt“?
  • Gibt es auf dem Campus und in der Umgebung Freizeitangebote, Gastronomie, Kinos, etc.?
  • Was bietet die Hochschule selbst für Aktivitäten (Unisport, Kneipenbummel, Ersti-Treffen, Kulturveranstaltungen)?
  • Habe ich dort Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen oder alte zu pflegen?
  • Wie gut sind die Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel?

Wohnsituation

Mindestens so wichtig wie die Entscheidung über den Studienort und die Hochschule ist die Frage, wie man leben will. Eine WG hat den unbezahlbaren Vorteil, direkt Anschluss zu haben und nicht allein zu sein. In einer eigenen Wohnung finden Ruhebedürftige jedoch bessere Voraussetzungen fürs Lernen. Im Studentenwohnheim ist — je nach Ausstattung und Belegung der Zimmer — eine Mischung aus beidem möglich. Und im heimischen Nest bei Mama gibt’s meistens Kost und Logis inklusive. Stell also am besten einige Überlegungen an, bevor du dich entscheidest.

  • Bin ich neu in der Stadt und möchte schnell Leute kennenlernen?
  • Wie sind die preislichen Unterschiede zwischen WG-Zimmer, eigener Wohnung und Wohnheim?
  • Gibt es für die Wohnheime Wartelisten oder sind genügend Plätze vorhanden?
  • Gibt es Angebote am Schwarzen Brett der Uni, vielleicht erst mal zur Zwischenmiete?
  • Wie weit ist der Weg vom Elternhaus zur Uni? Lohnt es sich, auszuziehen?

Links

Bundesministerium für Bildung und Forschung

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