Mammographie-Screening

25. März 2020: Angesichts der Infektionsgefahr durch das Coronavirus wird das Mammographie-Screening vorerst ausgesetzt. 

Die Standorte aller Screening-Einheiten werden zum Ende dieser Woche vorübergehend geschlossen. Bis zum 30. April werden keine Einladungen verschickt. Nach Beendigung der Aussetzung wird der Einladungsversand umgehend nachgeholt.

Frauen, die erst jüngst zur Untersuchung waren und bei denen ein auffälliger Befund festgestellt wurde, erhalten unverändert eine zeitnahe Abklärungsdiagnostik. Frauen mit akut auffälligen Befunden außerhalb des Screenings werden wie bisher kurativ versorgt.

Die Mammographie ist eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom).

Das sind die Fakten

Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2008 rund 71.700 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Im Laufe ihres Lebens ist etwa eine von acht Frauen betroffen, jede zweite ist dabei zwischen 50 und 69 Jahre.

Etwa 17.000 Frauen sterben pro Jahr an Brustkrebs. In der Altersspanne zwischen 50 und 69 Jahren stirbt etwa eine von 83 Frauen daran. Frauen sind bei der Diagnose im Durchschnitt 63 Jahre alt.

Nach aktuellen Zahlen beträgt die jährliche Erkrankungsrate bei Frauen unter 40 etwa 14 Fälle pro 100.000 Frauen. Danach steigt sie kontinuierlich an und erreicht ihr Maximum in der Altersgruppe der 60- bis 69-jährigen Frauen mit etwa 420 Fällen pro 100.000 Frauen jährlich. Ab einem Alter von etwa 70 Jahren sinkt sie leicht und bewegt sich um den Wert von circa 350 Fällen pro 100.000 Frauen.

Einladung zum Mammographie-Screening

Das Mammographie-Screening-Programm der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen wird, ist das erste systematische Krebsfrüherkennungsprogramm nach europäischen Qualitätsstandards in Deutschland und das größte Screening-Programm in Europa.

Wenn Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, werden Sie alle zwei Jahre von der Zentralen Stelle zu einer Brustkrebsfrüherkennung eingeladen. Ihre Daten erhält die Zentrale Stelle vom örtlichen Melderegister. Mit der persönlichen Einladung erhalten Sie auch ein Merkblatt, das Sie über Hintergründe, Ziele und Inhalte des Programms informiert. Lesen Sie bitte die Einladungsbroschüre aufmerksam durch. Ob Sie an dem Programm zur Früherkennung von Brustkrebs teilnehmen, entscheiden Sie selbst. Die Teilnahme an der Untersuchung ist freiwillig und für gesetzlich Versicherte kostenlos. Die Teilnahme ergänzt die jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Die Untersuchung

Die Untersuchung findet in einer Screening-Einheit statt. Das sind Praxen, die auf das Mammographie-Screening spezialisiert sind. Häufig findet die Untersuchung auch in einem speziell dafür eingerichteten Fahrzeug, einem Mammobil, statt. Die Mammographie wird von einer eigens für das Screening geschulten Röntgenassistentin an streng kontrollierten Geräten durchgeführt. Sie macht von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen in unterschiedlichen Positionen. Einmal wird die Brust von oben nach unten durchleuchtet. Der medizinische Fachausdruck für diese Einstellung lautet „cranio-caudal“. Und sie wird schräg von der Mitte her zur Seite („medio-lateral-oblique“) duchrleuchtet. Um das Brustgewebe gut darstellen zu können, wird die Brust kurz zusammengedrückt. Dieses Zusammendrücken kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein. Der Druck ist aber notwendig, um mit möglichst geringer Strahlendosis aussagekräftige Aufnahmen erstellen zu können.

Die Ergebnisse

Die Aufnahmen werden von mindestens zwei besonders qualifizierten Ärzten oder Ärztinnen begutachtet. Weichen die Befunde voneinander ab, werden die Bilder von einem dritten Arzt beurteilt. Das Untersuchungsergebnis erhalten Sie nicht am gleichen Tag, sondern ein bis zwei Wochen nach der Untersuchung.

Bei etwa 95 Prozent der untersuchten Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs.

Zeigen die Röntgenbilder jedoch eine verdächtige Veränderung, die abgeklärt werden sollte, werden Sie zu einer weiteren Untersuchung eingeladen. Zuvor bespricht die leitende Ärztin oder der leitende Arzt der Screening-Einheit mit Ihnen Ihre Aufnahmen und die weiteren Schritte. Zu der Untersuchung können Sie eine Person Ihres Vertrauens mitbringen. Bei fünf von sechs Frauen, die zu einer weiteren Untersuchung eingeladen werden, stellt sich der Verdacht auf Brustkrebs aus der ersten Mammographie dann als unbegründet heraus. Lässt sich ein Verdacht bei weiteren Untersuchungen nicht ausräumen, ist eine Gewebeentnahme aus der Brust notwendig. Erhärtet sich der Verdacht auf Brustkrebs, wird die Patientin in einer qualifizierten Klinik betreut und behandelt.

Viele weitere Informationen und ein Pro und Kontra zum Mammographie-Screening finden Sie auf der Seite www.mammo-programm.de. Bitte informieren Sie sich!