Wohnen: Im Alter noch mal was Neues

Weniger Kosten, mehr Spaß, Hilfe und Zusammenhalt: Das gilt nicht nur für junge Wohngemeinschaften. Auch im Alter kann das durchaus eine Option sein.

Senioren-WG: Und wer macht den Abwasch?

Auch für die Generation 60plus hat das Modell Wohngemeinschaft viel Charme: Man reduziert die gerade in Großstädten steigenden Mietkosten, bekommt unkompliziert Kontakt und kann sich sogar gegenseitig helfen. Außerdem wird die Gründung einer WG vom Staat gefördert, wenn die Bewohner bereits pflegebedürftig sind. Das Pflegegesetz fördert Gemeinschaftswohnungen mit einer sogenannten Anschubfinanzierung. Pro Person werden 2.500 Euro, maximal 10.000 Euro pro Gruppe für notwendige Umbaumaßnahmen gezahlt. Darüber hinaus erhält jeder Bewohner mit Pflegebedarf für die Organisation der Pflege eine Pauschalzahlung von 205 Euro monatlich. Aber auch Junggebliebene ohne Pflegestufe schätzen immer öfter die Vorzüge des gemeinsamen Wohnens.

Mehrgenerationenhäuser: Fast wie eine Familie heiraten

Mehrgenerationenhaushalte sind die moderne Version der Großfamilie. Hier leben Familien mit Paaren und Singles verschiedenen Alters zusammen. Gegenseitige Hilfe wird großgeschrieben: Ältere Bewohner können beispielsweise babysitten, Jüngere erledigen dafür den Einkauf mit. In den barrierefreien Gemeinschaftsräumen trifft man sich regelmäßig, etwa um zusammen zu kochen. Dabei behält jeder seinen abgeschlossenen Wohnbereich. Bundesweit gibt es derzeit rund 450 Standorte von Mehrgenerationenhäusern, die zum Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehören. Aus Bundesmitteln erhält jedes zum Aktionsprogramm gehörende Haus jährlich 30.000 Euro und zusätzlich von den Kommunen oder vom Land 10.000 Euro. Informationen unter: www.mehrgenerationenhaeuser.de

Wohnen für Hilfe

Wenn im eigenen Haus oder in der Wohnung ein Zimmer nicht genutzt wird, liegt der Gedanke nahe, es zu vermieten. Da bietet es sich doch gerade für ältere Menschen an, auf Mieteinnahmen zu verzichten, aber dafür praktische Hilfeleistungen zu genießen. Der meist jüngere Untermieter könnte beispielsweise kochen, einkaufen, sauber machen oder gärtnern. Und vielleicht schaut man auch mal einen Film zusammen oder tauscht sich bei gemeinsamen Mahlzeiten aus. Ausgeschlossen vom Tauschgeschäft sind allerdings pflegerische Tätigkeiten. Dafür müssten Senioren bei Bedarf auf die qualifizierten ambulanten Betreuungen zurückgreifen. Das Angebot „Wohnen für Hilfe“ gibt es in ausgewählten Universitätsstädten. Das Studierendenwerk vor Ort hilft und vermittelt sicher gerne. Denken Sie daran, den Umfang für Hilfeleistungen am besten vorher festzulegen. Informationen unter www.wohnenfuerhilfe.info

 

Der Weg zur WG

  • Auf www.senioren-wg-finden.de kann man Gesuche aufgeben und auf Anzeigen antworten. Natürlich geht es auch klassisch mit Aushängen, beispielsweise im Seniorentreff der Gemeinde oder im Sportverein. Gute Ansprechpartner können auch Pflegeberatungsstellen und Pflegedienste sein.
  • Ohne Toleranz geht es nicht, und es sollte eine Grundsympathie für die zukünftigen Mitbewohner vorhanden sein. Besuchen Sie sich gegenseitig in  Ihren jetzigen Wohnungen und verbringen Sie öfter ein paar Stunden Zeit miteinander. 
  • Klären Sie Ihre Vorstellungen von dem zukünftigen gemeinsamen Zuhause wie Größe und den finanziellen Rahmen. Auch Punkte wie die Beschäftigung einer Haushaltshilfe, ob Haustiere erlaubt sind und wie viel Besuch und Übernachtungsgäste willkommen sind, bespricht man am besten im Vorfeld.
  • Selbst wenn die WG-Bewohner noch nicht pflegebedürftig sind, wählen Sie eine Wohnung, die möglichst barrierefrei ist. Wichtig sind auch Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und ein guter Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.