Meditation für die innere Balance

Für Meditation braucht man weder eine esoterische Ader noch spirituelle Erleuchtung – nur etwas Übung. Wir sagen, warum es sich lohnt, das Innehalten zu lernen.

Einfach mal nichts denken – klingt das nicht herrlich entspannend? Von wegen! Nichts fällt uns schwerer. Selbst wenn das Smartphone außer Reichweite, das Radio ausgeschaltet ist und wir mit geschlossenen Augen und überkreuzten Beinen still auf dem Boden sitzen – in unserem Kopf dreht sich das Gedankenkarussell munter weiter: Wir planen den nächsten Einkauf oder lassen eine Diskussion im Büro wieder aufleben, bei der uns jetzt endlich die schlagfertigen Argumente einfallen. Bei der Meditation geht es gerade darum, die innere Stimme, die stets bewertet, grübelt und gerne das Schlimmste annimmt, mal zum Schweigen zu bringen.

Gedanken beobachten und ziehen lassen

Wie genau funktioniert nun eine Meditation? Das Prinzip ist immer, die Aufmerksamkeit zu bündeln, sie fokussiert auf eine Sache zu richten. Das kann ein inneres Bild sein, der eigene Atem oder ein positiver Affirmationssatz wie „Alles wird gut“.

Oder man konzentriert sich auf die Empfindungen des Körpers, indem man auf einer Art Reise in alle Stationen von den Fußspitzen bis zum Kopf hineinspürt. Während der Meditation werden immer wieder lästige Gedanken aufpoppen – macht nichts! Statt ins Gedankenkarussell einzusteigen, lassen Sie den Gedanken wieder ziehen und kehren Sie mit der Aufmerksamkeit zurück zum Meditationsgegenstand. Schon durch die Betrachtung Ihrer Gedanken gewinnen Sie Distanz zu ihnen. Vielleicht merken Sie, dass Sie immer wieder über dieselben Dinge grübeln, oder Ihnen fällt auf, wie viel gedankliche Energie Sie in Szenarien investieren, die so nie eintreten.

Gesunde Effekte

Sich besser zu verstehen, liebevoll anzunehmen und dadurch gelassener zu werden, ist ein Effekt, der sich durch regelmäßige Meditationen einstellen kann. Sie verbessern Ihr Erinnerungsvermögen und helfen Ihnen, sich besser konzentrieren zu können. Denn Sie üben sich darin, sich auf eine Sache zu fokussieren und nicht jeder Ablenkung sofort nachzugeben. Auf körperlicher Ebene reduziert sich das Stresslevel, man wird ausgeglichener und kann besser schlafen, wie Studien ergeben haben.

Überzeugende Vorteile für so wenig Aufwand, oder? Aber, Hand aufs Herz, auch wenn man zur Meditation eigentlich nur eine ruhige Ecke und ein bisschen Zeit braucht, fällt es oft doch schwer, am Ball zu bleiben. Geführte Meditationen können gerade in den ersten Wochen und Monaten helfen, in die Meditation zu finden und sie regelmäßig zu praktizieren. Kurse sind individueller, inzwischen gibt es auch Apps und Videos, die Meditierende virtuell an die Hand nehmen. Probieren Sie es einfach aus. Und auch die Erfahrung, dass es nicht gleich klappt und Sie nicht nach kurzer Zeit tiefenentspannt durch den Alltag schweben, ist ein Teil des Weges. Denn in der Meditation haben Perfektionsanspruch und Leistungsgedanken, die uns sonst so beherrschen, nichts zu suchen. Hier dürfen Sie einfach sein.

Meditation für  Anfänger

Wo? In einer ruhigen, ungestörten Ecke zu Hause. Das Handy bleibt am besten in einem anderen Zimmer.

In welcher Position? Lotus-, Schneider- oder Fersensitz – wählen Sie eine bequeme Haltung, in der Sie aufrecht sitzen können. Noch besser geht es auf einer Decke. Ziehen Sie sich leger und ausreichend warm an.

Wie lange? Fünf bis zehn Minuten sind oft schon ausreichend. Meditieren Sie lieber kürzer, aber dafür jeden dritten, besser jeden zweiten Tag.

Meditationshelfer

Präventionskurse: Vielleicht steigen Sie mit einem Präventionskurs Yoga oder Qigong ein, denn in beiden sind oft kleine Meditationen enthalten.

App: Calm und 7Minds sind beide übersichtlich aufgebaut und bieten auch in der kostenlosen Version praktische Hilfe. Wer tiefer einsteigen will, muss zahlen.

Video: Von Mady Morrison gibt es auf Youtube einige Meditationen, die sich auch für Anfänger eignen.