Gürtelrose: Impfen schützt
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Gürtelrose ist eine unangenehme, oft sehr schmerzhafte und bisweilen langwierige Erkrankung. Das Risiko, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, liegt bei 20 bis 30 Prozent und steigt mit zunehmendem Alter an. Eine Impfung kann das Krankheitsrisiko deutlich senken.
Windpocken und Gürtelrose werden durch ein und dasselbe Virus, das Varicella-Zoster-Virus, ausgelöst. Erkrankt ein Kind an Windpocken, heilen die Bläschen und Pusteln in der Regel innerhalb von etwa zwei Wochen ab – und meistens ist damit alles wieder gut. Das Virus bleibt jedoch inaktiv in den Nervenzellen im Körper. Dort ruht es, bis es durch eine Schwächung des Immunsystems aktiviert wird – etwa im höheren Alter, durch Stress, bestimmte Erkrankungen oder Medikamente. Besonders häufig sind Menschen ab 50 Jahren betroffen. Aber auch gesunde und junge Menschen können an Gürtelrose erkranken. Hierzulande sind laut Robert Koch-Institut (RKI) jährlich rund 300.000 Personen von Gürtelrose betroffen.
Schmerzen, Bläschen, Komplikationen
Die Krankheit äußert sich durch starke, brennende Schmerzen und Juckreiz. Später folgt der typische Hautausschlag mit Bläschen, meistens am Rumpf oder am Kopf. Charakteristisch ist, dass er meist auf eine Körperseite beschränkt bleibt, weil sich die Viren entlang einer Nervenbahn ausbreiten. Manchmal fühlen sich Betroffene angeschlagen und krank, bekommen sogar Fieber. Wie bei Windpocken platzen die Bläschen im Verlauf der Erkrankung auf und heilen innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Die Schmerzen können jedoch noch sehr viel länger fortbestehen – ein Teil der Betroffenen ist auch noch nach drei Monaten nicht völlig schmerzfrei.
Gürtelrose kann zudem ernsthafte Komplikationen verursachen, deshalb muss die Krankheit in jedem Fall ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls antiviral behandelt werden.
Wer sich impfen lassen sollte
Glücklicherweise gibt es eine wirksame Impfung, die in jeder Hausarztpraxis verabreicht werden kann. Die Impfung verhindert die Gürtelrose in rund 90 Prozent der Fälle. Kommt es dennoch zu einer Erkrankung, sinkt zumindest die Wahrscheinlichkeit für lang anhaltende Nervenschmerzen erheblich. Der Impfschutz setzt nach etwa zwei Wochen ein, aber erst eine zweite Impfdosis nach zwei bis sechs Monaten bietet vollen Schutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahren und für Risikogruppen bereits ab 18 Jahren, wenn zum Beispiel eine angeborene Schwächung des Immunsystems oder bestimmte chronische Erkrankungen vorliegen.
Windpocken vorbeugen heißt Gürtelrose vorbeugen
Seit 2004 empfiehlt die STIKO, Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen, was die Zahl der Windpockenerkrankungen stark gesenkt hat. Langfristig dürfte dies dazu beitragen, dass Gürtelrose seltener wird, weil weniger Menschen das Virus überhaupt erst in sich tragen. Bis dieser Effekt die älteren Jahrgänge erreicht, bleibt die Gürtelrose-Impfung für Menschen mit bereits durchgemachter Windpockeninfektion allerdings der zentrale Schutz.
Gürtelrose-Impfung
Empfohlen für alle ab 60 Jahren sowie für Menschen ab 18 Jahren mit deutlich erhöhtem Erkrankungsrisiko. Geimpft wird zweimal mit einem Totimpfstoff, meist im Abstand von zwei bis sechs Monaten. Die BKK Pfalz übernimmt die Kosten für alle ab 60 Jahren und für Risikogruppen ab 18 Jahren.
Windpocken-Impfung: Schutz von klein auf
STIKO-Empfehlung für alle Kinder: zwei Dosen, die erste mit 11 bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten. Kinder und Jugendliche, die keine oder nur eine Impfung erhalten haben, können sie bis zu ihrem 18. Geburtstag als Nachholimpfung erhalten. Es gibt auch einen Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.