Arteriosklerose

Gefährliche Engpässe

Jetzt ist es Zeit für einen gesunden Lebensstil

Gefäßerkrankungen sind tückisch: Betroffene spüren sie nicht unmittelbar, sondern meist erst nach vielen Jahren. Zum Beispiel die Arteriosklerose, die vorwiegend bei älteren Menschen in Erscheinung tritt, aber schon in jungen Jahren beginnt.

Unsere Arterien leiten sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen, Muskeln und Geweben. Dabei lagern sich Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe oder Kalk an den Gefäßwänden ab. Diese Ablagerungen (Plaques) führen zu einer Verengung der Arterien, die den Blutfluss behindert.

Wo es eng werden kann

Die Arteriosklerose kann alle Arterien des Körpers betreffen, allerdings tritt sie in bestimmten Gefäßregionen im Hals, im Gehirn, am Herz, im Becken oder in den Beinen besonders häufig auf. Die Folgeerkrankungen der Arteriosklerose wie Herzinfarkt und Schlaganfall gelten in den westlichen Industriestaaten als Todesursache Nummer eins.

Tipp:

Wer Vorsorge mit Genuss kombinieren möchte, gibt ein wenig Leinöl ins Salatdressing oder in Dips. Es enthält hochwertige Omega-3-Fettsäuren, die für verminderte Blutzuckerwerte sorgen und helfen, den Blutdruck zu regulieren. Geschrotete Leinsamen tun es aber auch.

Symptome treten erst spät auf

Je nachdem, welche Gefäße im Körper betroffen sind, machen sich unterschiedliche Beschwerden bemerkbar. Sind beispielsweise die Herzkranzgefäße betroffen, spüren Patienten ein Engegefühl in der Brust oder Herzschmerzen. Bei erkrankten Arterien im Becken und in den Beinen kommt es zu Durchblutungsstörungen in den Beinen. Die Folge sind Schmerzen in den Waden oder in den Oberschenkeln, die häufige Gehpausen notwendig machen. Wir wollten von Prof. Dr. med. Ulrich Hoffmann wissen, was man gegen Arteriosklerose tun kann.

Interview

Gehört eine Arteriosklerose zum Älterwerden unweigerlich dazu oder haben wir selbst Einfluss auf ihre Entstehung? Was können Ärzte tun, wenn unser Blut nicht mehr ungehindert fließt? Der Gefäßexperte Prof. Dr. med. Ulrich Hoffmann, Leiter der Sektion Angiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, klärt auf.

Was raten Sie als Spezialist für Gefäßerkrankungen, wie man Arteriosklerose vorbeugen kann?

Prof. Hoffmann: Als Prävention rate ich dazu, auf einen allgemein gesunden Lebensstil zu achten: Nicht rauchen ist immer gut, sich regelmäßig bewegen und sich ausgewogen ernähren, also nicht zu fett und nicht zu viel essen. Denn Übergewicht wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ aus: auf den Bluthochdruck,auf die Blutfettwerte, auf den Blutzuckerspiegel− und somit auch auf die Gefäße.

Welcher Zeitpunkt im Leben ist für eine Vorbeugung sinnvoll?

Prof. Hoffmann: Der Zeitpunkt kann gar nicht früh genug sein, um sein Leben gesund zu führen. Wichtig sind außerdem ärztliche Kontrollen, um die Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und auszuschalten. Diese Kontrollen sollten bei Männern ab ca. 45 Jahren erfolgen, bei Frauen ab ca. 50.

Wie wirkt sich Stress aus?

Prof. Hoffmann: Stress an sich ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Doch es ist sinnvoll, anhaltende Stresssituationen zu vermeiden. Sonst beginnt das Herz, schneller zu schlagen, und der Blutdruck steigt.

Welche Art der Behandlung erfolgt bei einer Arteriosklerose?

Prof. Hoffmann: Das Wichtigste ist, die ungesunde Lebensweise aufzugeben. Ferner erfolgt eine medikamentöse Einstellung, um zum Beispiel gezielt den Bluthochdruck oder den Cholesterin- bzw. den Blutzuckerwert zu senken, die für die Plaquesbildung sorgen. In einer akuten Gefahrensituation dient ein Kathetereingriff dazu, die verschlossene Arterie wieder zu öffnen und mit einem Stent zu stabilisieren. Das ist eine Gefäßstütze, die wie ein winziges Gitter aussieht.

Kann man bestehende Plaques entfernen?

Prof. Hoffmann: Normalerweise werden die Plaques mit dem Balkonkatheter und Stents in die Arterienwand gedrückt. Massive Ablagerungen lassen sich mithilfe spezieller Katheter oder durch einen operativen Eingriff entfernen.

Risikofaktoren

Bestehende Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arthritis, Gicht, eine Nierenerkrankung oder Schilddrüsenüberfunktion sind Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose.