Sorglos in den Urlaub

Damit Ihre Reise ein Genuss wird

Günstige Flüge, komfortable Hotels und Sonne satt: Fernreisen sind längst nicht mehr nur etwas für abenteuerlustige Weltenbummler. Wir haben den Tropenmediziner Prof. Gerd Burchard vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg gefragt, wie viel Schutz notwendig ist.

Interview

Wann sollten Urlauber sich reise-medizinisch beraten lassen?

Gerd Burchard: Sobald das Reiseland außerhalb von Europa liegt. Ausnahmen sind Nordamerika, Australien und Japan, die reisemedizinisch genauso zu behandeln sind wie europäische Länder. Spätestens vier Wochen vor dem Urlaub sollten Sie mit dem Arzt sprechen. Denn bei manchen Impfungen wie Hepatitis-B- und Tollwut-Impfung braucht es mehrere Injektionen für eine volle Schutzwirkung.

Wo lässt man sich darüber beraten?

Gerd Burchard: In vielen Großstädten gibt es Tropeninstitute, staatliche Impfstellen und niedergelassene Tropenmediziner. In Kleinstädten und im ländlichen Raum würde ich den Hausarzt fragen, ob er für die Beratung qualifiziert ist. Bei Pauschalreisen zum Beispiel nach Ägypten oder Thailand sind es die allermeisten Ärzte. Zwei Gruppen aber empfehle ich, auf jeden Fall zu einem Tropenmediziner zu gehen: Reisende, die über einen langen Zeitraum und individuell unterwegs sind und Menschen mit chronischen Krankheiten, zum Beispiel Immundefekten. Darunter fallen neben HIV-Patienten auch Rheumakranke und Menschen, die mit einem transplantierten Organ leben.

Sind die Deutschen bei Fernreisen impffreudiger, während Standards wie Kinderlähmung, Tetanus oder Masern gerne mal vernachlässigt werden?

Gerd Burchard: Die Impfdisziplin bei Erwachsenen ist generell nicht so hoch – weder bei Auffrischungsimpfungen noch bei neuen Impfungen vor einer weiten Reise. Schätzungsweise die Hälfte der Urlauber fährt ohne eine Hepatitis-A-Impfung in außereuropäische Länder. Dabei ist sie die wichtigste Impfung für Fernreisen. Man sollte auch die Tetanus- und die Diphtherie-Impfung vor einer Reise auffrischen.

Nicht gegen alle schweren Krankheiten gibt es Impfstoffe. Welche anderen Vorbeugemaßnahmen empfehlen Sie?

Gerd Burchard: Gegen Malaria ist eine medikamentöse Prophylaxe möglich. Und da diese Tropenkrankheit auch die gefährlichste ist, sollte man in Hochrisikogebieten unbedingt die entsprechenden Medikamente einnehmen. Viele Krankheitsrisiken kann man vor allem durch Ver-haltensmaßnahmen deutlich senken.

Und welche wären das?

Gerd Burchard: Sehr wichtig ist ein guter Mückenschutz, denn Mücken übertragen nicht nur Malaria, sondern auch Denguefieber und das Zika-Virus. Ein Moskitonetz und ein wirksames Anti-Mückenmittel gehören daher ins Reisegepäck. Den besten Schutz bieten die Wirkstoffe DEET und Icaridin. Vor Durchfallerkrankungen schützt man sich am wirksamsten, indem man nur Gekochtes oder Geschältes isst und abgekochtes oder abgepacktes Wasser trinkt. In vielen tropischen und subtropischen Ländern ist Bilharziose verbreitet – dort sollte man auf keinen Fall im Süßwasser baden.

Unsere Tipps für einen sorglosen Urlaub

Vorbeugen ist besser als heilen

Es gibt viele Krankheiten, gegen die Sie sich durch Impfungen schützen können. Dazu gehören nicht nur die Standardimpfungen wie zum Beispiel gegen Masern, Röteln, Tetanus oder Diphtherie. Auch vor Auslandsreisen können Impfungen sehr sinnvoll sein, wie Prof. Burchard im Interview belegt hat. Damit Sie auch auf Ihrer privaten Urlaubsreise geschützt sind, übernimmt die BKK Pfalz bis zu 150 Euro pro Kalenderjahr für von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfohlenen Schutzimpfungen, wenn sie vom Auswärtigen Amt für das jeweilige Reisenland empfohlen sind. Das Auswärtige Amt gibt für viele Regionen und Reiseländer Impfempfehlungen heraus, die Ihnen eine Hilfestellung geben können, welche Impfungen tatsächlich nötig sind. Denn eins ist auch klar: Jede Impfung birgt auch ein gewisses Risiko. Unnötige Impfungen sollten Sie also vermeiden!

Egal, ob Sie in die Ferne reisen oder Urlaub in Europa machen: Vor Krankheiten und Unfällen sind Sie nicht gefeit. Da ist es gut zu wissen, wie es mit den Kosten von Arztbesuch oder gar Krankenhaus-Aufenthalt aussieht.

Kleine Reiseapotheke

Es ist nie verkehrt, ein paar Basics für den Falle einer Erkrankung im Urlaub griffbereit zu haben. Was in Ihrer Reiseaptheke nicht fehlen sollte, haben wir in einer kleinen Übersicht zusammengestellt.

Kennen Sie die EHIC?

So heißt Ihre europäische Gesundheitskarte. Sie befindet sich auf der Rückseite Ihrer BKK Pfalz Gesundheitskarte und gilt in allen Ländern der EU sowie in einigen weiteren Nationen. Dort können Sie unbesorgt medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Welche Staaten das sind und Merkblätter mit weitergehenden Informationen finden Sie hier. Allerdings gibt es von Land zu Land Unterschiede. So ist es in einigen Staaten vorgesehen, dass Sie Behandlungskosten zunächst selbst bezahlen müssen. Lassen Sie sich in diesem Fall eine detaillierte Rechnung ausstellen, die Sie nach Ihrem Urlaub bei uns einreichen.

Der Auslandskrankenschein hat fast ausgedient

Für Ihre Reise nach Bosnien-Herzegowina, Tunesien oder in die Türkei brauchen Sie nach wie vor einen Auslandskrankenschein. Sie können diesen schnell und unbürokratisch per Online-Formular beantragen. Oder rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter: 0800 / 133 33 00.

Mit dem Auslandsreisekrankenschein oder der EHIC ist natürlich nur die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung abgedeckt, also die Versorgung in Notfällen oder bei chronischen Krankheiten.

Auslandsreisekrankenversicherung abschließen!

Mit allen anderen Ländern besteht kein Sozialversicherungsabkommen und die gesetzlichen Krankenkassen dürfen dort die Kosten nicht übernehmen. Die Absicherung ist damit Ihre Privatsache. Wenn es also in andere Kontinente geht, brauchen Sie dringend eine private Auslandsreisekrankenversicherung. Doch nicht nur bei Fernreisen ist der Abschluss einer Auslandsreise-KV sinnvoll. Es gibt gute Gründe, sich auch für Reisen innerhalb Europas abzusichern. Denn die Höhe und der Umfang der Leistungen, die die BKK Pfalz im Falle eines Falles übernehmen darf, richten sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Landes, und die sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Eine — zum Teil sehr hohe — Eigenbeteiligung ist in vielen Ländern üblich. Eine Leistung dürfen die gesetzlichen Krankenkassen gar nicht übernehmen: die Kosten für einen krankheitsbedingten Rücktransport. Diese tragen Sie ohne private Absicherung auf jeden Fall.

Das kann teuer werden

Stellen Sie sich nur mal vor: Sie werden krank oder haben einen Unfall im Ausland. Vielleicht kommen Sie in ein Krankenhaus, das nicht Ihren Erwartungen entspricht. Sie leiten alles in die Wege, um zu Hause in Deutschland behandelt zu werden. Ein Rücktransport mit medizinischer Begleitung wäre notwendig. Dann folgt spätestens in Deutschland die böse Überraschung: Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich können anfallen, die Ihre BKK Pfalz nicht übernehmen darf. Das muss nicht sein: Eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport im Krankheitsfall würde diese Kosten in der Regel übernehmen. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass ein Krankenrücktransport gewährleistet und die Leistungshöhe nicht beschränkt ist.