Krach macht krank

Tagtäglich sind wir vielen verschiedenen Geräuschen ausgesetzt — absolute Stille gibt es so gut wie nirgendwo, außer vielleicht in speziellen wissenschaftlichen Laboren. Zwar können wir unsere Augen und unseren Mund verschließen, doch unsere Ohren bleiben immer auf Empfang. Das hat einen guten Grund: Nur mit „offenen Ohren“ konnte der frühzeitliche Mensch auch im Schlaf vor drohender Gefahr gewarnt werden.

Das Ohr besitzt circa 15.000 Hörzellen im Innenohr, mit denen es tiefe und hohe Töne leiser wahrnimmt als Töne in der mittleren Frequenz. Als Frequenz bezeichnet man die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde: je schneller die Schwingung, desto höher der Ton. Geräusche allgemein misst man in Schalldruck, der Pegel dazu wird in Dezibel (dB) angegeben.

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Kontinuierlichen Lärm wie beispielsweise Straßenverkehr nimmt ein Mensch anders wahr als etwa einen Flugzeugstart, Bremsen oder eine Explosion. Gespräche in Zimmerlautstärke empfindet man manchmal als Lärm, wenn man nicht abschalten kann. Denn das Gehirn stuft das gesprochene Wort als wichtige Information ein, weshalb man bei Gesprächen auch als Unbeteiligter nur schwer „weghören“ kann. Repräsentative Umfragen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) haben jedoch ergeben, dass der Straßenverkehrslärm mit Abstand als der größte Störfaktor empfunden wird.

Nicht nur das Ohr leidet

Doch Lärm stört nicht nur, er kann uns auch krank machen. Zum Beispiel, wenn das Ohr einem sehr lauten Geräusch ab etwa 120 Dezibel in unmittelbarer Nähe ausgesetzt ist. Auch wenn es nur kurz ist: Es kann die sehr feinen Härchen (Zilien) der Hörzellen beschädigen und zu Schwerhörigkeit oder Tinnitus führen. Noch gefährlicher ist ständiger Lärm, zum Beispiel, wenn man an seinem Arbeitsplatz über viele Jahre hinweg einem Schallpegel von 80 Dezibel ausgesetzt ist. Dann kann das Gehör dauerhaft zu Schaden kommen.

Nicht nur der frühzeitliche Mensch nahm laute Geräusche als Warnsignale wahr. Auch heute versetzt uns das in Stress — Blutdruck und Puls steigen. Dauerhafter Straßenverkehrslärm ab etwa 65 Dezibel kann zu einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko führen. Lärm bei Nacht ist besonders belastend. Hier kann schon ein Pegel ab 40 Dezibel auf Dauer schädlich sein.

Tipp gegen den Lärm

Wer an einer vielbefahrenen Straße, an einem Bahngleis oder in der Nähe eines Flughafens wohnt, kann zunächst einmal wenig gegen den Lärm tun. Aber es gibt bewährte Hilfsmittel, mit denen der Krach uns nicht zu sehr belastet. Tragen Sie konsequent einen Gehörschutz (z. B. Ohrstöpsel), wenn es Ihnen zu laut ist — egal ob in öffentlichen Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz, bei Konzerten oder in der Disco. Unterschätzen Sie auch laute Heim- und Gartenarbeiten (Rasenmähen, Sägearbeiten etc.) nicht.

Neue Leitlinien der WHO

Im Oktober 2018 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Leitlinien für Umgebungslärm in der Europäischen Region. Sie enthalten deutliche Belege dafür, dass Lärmbelastung zu den wichtigsten umweltbedingten Gefahren für die körperliche und psychische Gesundheit zählt.