Verhütung — geht jeden was an!

Ob du vor deinem ersten Sex stehst oder bereits länger Erfahrungen hast — das Thema Verhütung solltest du mit deinem Freund oder deiner Freundin unbedingt besprechen. Auch, wenn du meinst, dass es unangenehm oder unpassend ist. Denn ohne zu klären, wer von euch sich auf welche Weise um die Verhütung kümmert, solltest du dich auf Sex gar nicht erst einlassen. Schließlich geht es um deine Gesundheit.

Welches Verhütungsmittel?

Es gibt heute viele verschiedene Wege, sich zu schützen. Und zwar nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übetragbaren Krankheiten. Du solltest gerade bei Sexualpartnern, über deren sexuelles Vorleben und über deren Gesundheitszustand du nicht alles zu wissen glaubst, streng darauf achten, sowohl an die Empfängnisverhütung als auch an Safer Sex zu denken!

Die gängigsten Verhütungsmethoden

Kondom

Das Kondom ist das übliche Verhütungsmittel, auch beim Sex zwischen Jungs. Die Vorteile: Kondome schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten, also auch vor einer Übertragung mit HIV. Außerdem beugen sie einer ungewollten Schwangerschaft vor. Mit dem Kondom hast du also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Empfängnisverhütung und Safer Sex. Diese doppelte Verhütung ist einzigartig unter den Verhütungsmitteln und daher so wichtig. Bei richtiger Anwendung ist es sehr sicher.

Und auch praktisch: es gibt Kondome ohne Rezept, sie sind kostengünstig in Apotheken oder Drogerien zu bekommen.

Alles zum Thema Kondom findest du auch auf loveline.de und auf deinkondom.de, einem Angebot von pro familia.

Die Aktion machs mit von der BZgA klärt ebenfalls über die Handhabung mit Kondomen auf und informiert über Safer Sex, HIV und Aids.

Pille

Die Pille ist ein Hormonpräparat, das Mädchen und Frauen einnehmen, um sich vor Schwangerschaft zu schützen. Die Vorteile: die Pille hat eine sehr hohe Verhütungssicherheit, außerdem wird die Pille von der BKK Pfalz bis zum 20. Lebensjahr übernommen.

Unumgänglich ist die strikte Regelmäßigkeit, mit der die Pille eingenommen werden muss. Ansonsten ist ihre Wirksamkeit nicht sichergestellt. Manche Mädchen und Frauen haben Probleme mit den Nebenwirkungen, die von Übelkeit bis Gewichtszunahme reichen können. Außerdem schützt die Pille nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, sondern ist ein Mittel zur Empfängnisverhütung! Sollte dein Sexualpartner eine Krankheit haben, die übertragbar ist, ist die (zusätzliche) Verwendung eines Kondoms unverzichtbar!

Mehr zur Kostenübernahme der Pille findest du auf unserer Leistungsseite Verhütung.

Und mehr zum Thema Pille gibt es auf loveline.de, der Aufklärungsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Andere Methoden zur Empfängnisverhütung

Neben Kondom und Pille gibt es eine Vielzahl weiterer Methoden zur Empfängnisverhütung. In jedem Fall solltest du dich genau über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und dich ärztlich beraten lassen, also von deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Nicht jede Verhütungsform ist für jeden angebracht. So gibt es beispielsweise Verhütungsmittel, die sich vor allem für ältere Frauen eignen, die bereits Kinder geboren haben oder bei denen kein Kinderwunsch (mehr) besteht.

Denk dran: vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen dich Mittel zur Empfängnisverhütung nicht. Dafür also immer zusätzlich ein Kondom benutzen.

Übrigens: Die BKK Pfalz übernimmt bis zum 20. Geburtstag die Kosten der Pille.

Die Kupferspirale

Die Kupferspirale wird durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt und verhindert dort die Einnistung einer befruchteten Eizelle. Die Verhütungssicherheit ist sehr hoch, allerdings wird die Kupferspirale besonders Frauen empfohlen, die bereits Kinder geboren haben.

Die Hormonspirale

Die Hormonspirale wird, wie auch die Kupferspirale, durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen in die Gebärmutter eingelegt und verhindert dort den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit das Vordringen der Spermien zur Eizelle. Die Hormonspirale hat eine sehr hohe Verhütungssicherheit, kann jedoch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen hervorbringen. Außerdem ist noch nicht geklärt, ob es einen Zusammenhang mit erhöhtem Brustkrebsrisiko gibt.

Das Hormonimplantat

Das Hormonimplantat ist ein kleines Stäbchen, das unter die Haut implantiert wird. Es wirkt ähnlich wie die Pille, nur dass du keine weiteren Medikamente zu dir nehmen musst. Es ist also besonders praktisch, wenn du Probleme damit hast, die Pille regelmäßig und konsequent einzunehmen. Der Wirkstoff des Hormonimplantats reicht für drei Jahre. Nachteil ist, dass das Implantat nicht einfach abgesetzt werden kann wie etwa die Pille, sondern dass die Frauenärztin oder der Frauenarzt das Stäbchen wieder entfernen muss.

Die Dreimonatsspritze

Die hohe Hormonmenge der Dreimonatsspritze schützt dich drei Monate lang vor einer Schwangerschaft. Die Verhütung ist sehr hoch, kann allerdings in den drei Monaten auch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Manche Frauen vertragen die Spritze nicht, weil sie aufgrund der hohen Dosis der Hormone Nebenwirkungen bekommen.

Das Diaphragma

Usus ist der Begriff Diaphragma, aber es gibt noch verwandte sogenannte Barriere-Methoden wie FemCap oder lea cotraceptivum. Bei allen handelt es sich um eine kleine Kappe aus Silikon oder Latex, die den Muttermund versperrt und das Eindringen der Spermien verhindert. Je nachdem, welches Produkt du wählst, muss die Kappe individuell auf deinen Körper angepasst werden. Außerdem ist einige Übung notwendig, da du sie jedes Mal kurz vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen musst. Der große Vorteil ist, dass die Barriere-Methoden meist überhaupt keine Nebenwirkungen haben.

Der Vaginalring

Der Vaginalring wird ähnlich wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und verbleibt dort für drei Wochen. Der Ring hemmt — nach der gleichen Methode wie die Pille — den Eisprung und verhindert das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter. Der Vorteil ist, dass die Handhabung sehr einfach ist und man nur alle drei Wochen an das Einsetzen bzw. Auswechseln des Ringes denken muss. Die zu erwartenden Nebenwirkungen sind dieselben wie bei der Pille.

Das Verhütungspflaster

Die Hormone des Verhütungspflasters hemmen den Eisprung und verhindern das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter. Die Verhütungssicherheit des Pflasters ist hoch, auch die Handhabung ist einfach — eben wie bei einem normalen Pflaster, nur dass das Verhütungspflaster nicht so leicht abgeht. Für Frauen mit einem Gewicht von mehr als 90 Kilogramm ist das Pflaster jedoch nicht geeignet, da die Wirksamkeit nicht mehr voll gegeben ist. Außerdem besteht das Risiko, eine Thrombose zu bekommen.

Die Pille danach

Die Pille danach ist — wie ihr Name schon verrät — keine Verhütungsmethode, sondern eine Pille für den Notfall. Etwa, wenn beim Sex das Kondom gerissen ist oder ihr im Eifer des Gefechts vergessen habt zu verhüten. Wichtig ist: direkt ab zum Arzt. Er kann dir die Pille danach verschreiben, die noch 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern kann.

Mehr zur Pille danach erfährst du auf der Themenseite von pro familia.

Fazit

Nun hast du einen ersten Überblick über alle Möglichkeiten der Verhütung erhalten. Vergiss nicht: Verhütung ist wichtig, um dich und deinen Freund oder deine Freundin zu schützen. Deshalb überwinde dich und sprich mit ihm oder ihr, auch wenn es dir anfangs unangenehm ist. Denn noch viel unangenehmer ist es, wenn ihr über eine plötzliche und ungeplante Schwangerschaft oder eine Ansteckung miteinander reden müsst. Dieses Risiko könnt ihr verhindern. Mit der richtigen und zuverlässigen Verhütung.

Eine detaillierte Übersicht über alle Verhütungsmittel und deren Vor- und Nachteile findest du auch auf dem großen Verhütungs-Poster der BZgA.