Das Ohr

Immer auf Empfang

Ein zartes Wispern, eine fulminante Opernaufführung, ein Drucklufthammer vorm Fenster, das Piepsen einer Handymitteilung — unsere Ohren sind immer offen und bekommen so einiges mit.

Wussten Sie, dass der Ohrabdruck eines Menschen genauso einzigartig ist wie ein Fingerabdruck? Dabei ist die Ohrmuschel sozusagen nur der Vorgarten des Ohrs. Der eigentliche Hör- und Gleichgewichtssinn ist so fein und zart, dass er sich gut geschützt im Schädel befindet. Das menschliche Gehör ist ständig auf Empfang und zwischen der Hörgrenze bei null Dezibel und dem Start von Düsenmaschinen — der Schmerzgrenze mit rund 125 Dezibel — liegt ein sehr breites Spektrum an Lautstärken.

Selbstreinigung inklusive

Der Gehörgang reinigt sich selbst. Das funktioniert so: Winzige Haare transportieren mithilfe ihrer Flimmerbewegung alles aus dem Gehörgang heraus, was dort nicht hineingehört — wie Hautschuppen und Staubpartikel. Je weniger wir in diesen Prozess eingreifen, desto besser. Wattestäbchen oder gar umgebogene Büroklammern haben im Gehörgang gar nichts zu suchen, sie können Entzündungen oder Verstopfungen verursachen. Ohrenschmalz ist übrigens ausgesprochen nützlich. Es fettet die Haut im Gehörgang und hält sie dadurch geschmeidig und widerstandsfähig. Gelangt etwas davon in die Ohrmuschel, kann man es vorsichtig mit einem Waschlappen entfernen. Manchmal versagt der praktische Selbstreinigungsmechanismus, zum Beispiel wenn das Ohr mehr Schmalz produziert, als nötig. Dann hilft der Arzt. Er saugt den Schmalzpfropfen an und entfernt ihn. Sollte der Pfropfen sehr fest sitzen, spült der Arzt ihn aus. Die Kosten für eine Ohrreinigung trägt die BKK Pfalz.

Gut geschützt, aber nicht frei von Krankheiten

Ist dieses sensible Gefüge einmal erkrankt, spürt man das gleich besonders schmerzhaft.

Hörsturz

Einen plötzlichen einseitigen Verlust des Gehörs nennt man Hörsturz. Meistens ist er reversibel, Betroffene sollten sich aber unbedingt Ruhe gönnen. Außerdem gilt: Sofort zum Arzt gehen! Er klärt ab, ob der Grund lediglich ein Schmalzpfropf ist oder ob eine Entzündung vorliegt. Welche Therapie dann wirkt, konnte wissenschaftlich allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Nur mit mäßigem Erfolg werden Infusionen mit entzündungshemmenden Mitteln eingesetzt

Schwindel

Da der Gleichgewichtssinn mit im Ohr sitzt, ist er von Ohrerkrankungen oft mitbetroffen.

Entzündung

Die Öffnung des Ohres zum Mundraum hin ist für die Belüftung und den Druckausgleich da. Eine Schwachstelle, denn durch sie können Keime ins Mittelohr gelangen, die schmerzhafte und gefährliche Entzündungen verursachen. Hier hilft nichts — außer schnellstmöglich zum Arzt zu gehen.

Tinnitus

Wer einen Tinnitus hat, hört Geräusche. Brummen, Pfeifen, Zischen, Fiepen. Die Symptome sind vielfältig und schwer zu bekämpfen. Ein Tinnitus ist immer eine akustische Wahrnehmung, die sich aber nicht messen lässt. Er kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise eine Entzündung, ein Knalltrauma, Bluthochdruck oder eine Erkrankung des Ohrs.

Schwerhörigkeit

Jeder Fünfte in Deutschland leidet an Schwerhörigkeit. Das ist nicht nur für den Betroffenen ein schwerer Verlust von Orientierung und Kommunikation, sondern auch für sein Umfeld. Hörgeräte helfen, wenn sie gut eingestellt sind. Die Kosten für verordnete Hörhilfen übernimmt die BKK Pfalz in Höhe eines Festzuschusses, der eine komplette Versorgung beinhaltet. Es fällt lediglich eine Zuzahlung von 10 Euro pro Hörgerät an. Ein Eigenanteil muss nur übernommen werden, wenn technisch noch höherwertige Geräte gewünscht werden.

Unser Tipp: Neugeborenen-Hörscreening

Hörstörungen schon früh erkennen — eine wichtige Vorsorgeuntersuchung für die gesunde Entwicklung Ihrer Kinder. Das Hörscreening wird in den ersten Lebenstagen durchgeführt, und die BKK Pfalz übernimmt die Kosten dafür.