Sonnige Aussichten
- Datum:
- 25. Juni 2026
- Lesezeit:
- 4 min
Sonne hebt die Stimmung, regt die Vitamin-D-Bildung an und zieht uns ins Freie. Gleichzeitig ist UV-Strahlung der größte Risikofaktor für Hautkrebs. Die gute Nachricht: Wer ein paar Grundregeln beachtet, kann die warmen Monate im Freien unbeschwert genießen.
Endlich! Die Tage sind wieder lang, die Sonne scheint und die Natur steht in voller Pracht. Also ab nach draußen und am besten gleich in den nächsten Baggersee springen. Doch die Sonne hat auch ihre Schattenseiten: Ihre UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein, verursachen dort vorzeitige Hautalterung und erhöhen das Risiko für Hautkrebs. Die UV-B-Strahlen erreichen die oberste Hautschicht, können Sonnenbrand auslösen und die DNA der Hautzellen schädigen.
Einhüllen wie die Beduinen
Der beste Schutz gegen beide Strahlungsarten ist Kleidung inklusive Sonnenhut. Wir tun gut daran, unsere Haut im Freien mit dicht gewebten Stoffen zu schützen – je dichter und dunkler ein Gewebe ist, desto weniger UV-Strahlen dringen bis zur Haut durch.
Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
Doch jetzt lockt die Sonne so sehr, dass man sie direkt auf der Haut spüren möchte. Dann ist der Schutz durch Sonnencreme unerlässlich. Denken Sie daran: Auch bei bewölktem Himmel ist die UV-Strahlung fast so hoch wie bei Sonnenschein. Deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) generell im Sommer zu einer Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Am Wasser, in großen Höhen oder im Schnee sollte es, genauso wie bei Kindern, LSF 50 sein. Wichtig: Der LSF bezieht sich ausschließlich auf den Schutz vor UV-B-Strahlen, also den Schutz vor Sonnenbrand. In der EU müssen Sonnenschutzmittel zusätzlich einen Schutz vor UV-A-Strahlen nachweisen. Achten Sie deshalb auf das UVA-Symbol auf der Verpackung, nur dann schützt die Creme vor beiden Strahlungsarten.
Kinderhaut ist besonders empfindlich
In den ersten Lebensjahren muss sich der UV-Eigenschutz der Haut erst noch entwickeln. Babys sollten daher bis zum ersten Lebensjahr keine direkte Sonne abbekommen. Wirksamster Schutz sind Schatten und sonnengerechte Kleidung von „Kopf bis Fuß“, dabei möglichst Textilien mit speziellem UV-Schutz verwenden (diese sollte dem „UVStandard 801“ entsprechen). Verwenden Sie bei Kindern ergänzend zum textilen Sonnenschutz nur speziell für Kinder geeignete Sonnenschutzmittel.
Mineralisch oder chemisch?
Sonnencremes schützen auf zwei Arten:
- Chemische Filter ziehen in die oberste Hautschicht ein und wandeln UV-Strahlen in Wärme um.
- Mineralische Filter (z. B. Zinkoxid oder Titandioxid) bilden eine physikalische Barriere.
Gerade für Kinder und Menschen mit sensibler Haut empfehlen Fachleute eher den mineralischen Filter. Einige chemische UV-Filter stehen unter Verdacht, hormonähnlich zu wirken, die Haut zu reizen und unter Umständen Allergien auszulösen. Tipp: Checken Sie bei Sonnencremes mit chemischem Filter die Inhaltsstoffe und achten Sie darauf, dass das Produkt nicht den UV-Filter DHHB (Diethylamino hydroxybenzoyl hexyl benzoat) enthält, dieser steht im Verdacht, mit einem schädlichen Weichmacher verunreinigt zu sein.
Sonnenbrille nicht vergessen!
UV-Strahlung kann auch unsere Augen nachhaltig schädigen, deshalb sind Sonnenbrillen unverzichtbar. Empfehlenswert sind Sonnenbrillen mit der Kennzeichnung UV-400 und einer Tönungsstufe von 2 oder 3.
UV-Index immer im Blick
Viele Wetter-Apps zeigen den aktuellen UV-Wert an. Dieser gibt an, wie stark die Sonnenstrahlung an einem bestimmten Tag ist – und damit auch, wie schnell die Haut Schaden nehmen kann. Bereits ab einem UV-Index von 3 sollte die Haut geschützt werden – vor allem von April bis Oktober. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Intensität am höchsten, deshalb die Mittagssonne möglichst meiden.
Was tun mit Sonnencreme aus dem Vorjahr?
- Geöffnete Sonnencremes sind meist nur zwölf Monate haltbar (Aufdruck auf der Verpackung beachten).
- Hitze kann die Wirksamkeit zusätzlich beeinträchtigen.
- Veränderte Konsistenz oder seltsamer Geruch sind klare Warnzeichen für eine Überalterung der Creme.
- Achtung: Bei Sonnencremes mit dem chemischen UV-Filter Octocrylen kann sich dieser Stoff bei langer Lagerung zu Benzophenon zersetzen, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.
Im Zweifel gilt: Lieber entsorgen und neu kaufen.
So cremen Sie sich richtig ein
- Timing: Mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auftragen. Mineralische Filter wirken sofort.
- Nachcremen: Alle zwei Stunden sowie nach dem Baden.
- Wichtig: Nachcremen verlängert nicht die Schutzzeit, sondern erhält den anfänglichen Schutz.
Tipp: Gesicht, Nacken und Hände sind dauerhaft der Sonne ausgesetzt. Deshalb kann gerade im Sommer die tägliche Anwendung von Tagescremes mit integriertem UV-Schutz und leichten Sonnenschutz-Fluids sinnvoll sein. Das wirkt auch einer vorzeitigen Hautalterung entgegen.