Küchenkräuter frisch auf den Tisch

Wer sich nach Sonne und frischem Grün sehnt, der wird von der Natur zurzeit noch oft enttäuscht. Nasskalte Episoden unterbrechen immer wieder die Freude am Frühlingserwachen. Mit einem Kräuter-Fenster holen Sie das Wachsen, Blühen und Gedeihen in Ihr Zuhause — unabhängig vom Wetter. Gleichzeitig haben Sie immer eine gesunde kulinarische Bereicherung zur Hand. Kräuterexperte Daniel Rühlemann infomiert über die bunte Vielfalt der Pflanzen und ihre optimale Pflege.

Robuste Exoten

An einem sonnigen Fensterplatz und bei einer Temperatur von mindestens 18 Grad gedeihen viele Kräuter ganzjährig, selbst bei trockener Zimmerluft. „Allerdings sind gerade die Klassiker Salbei, Minze, Estragon, Rosmarin und Thymian nicht so gut auf einen Daueraufenthalt im Zimmer zu sprechen“, schränkt Daniel Rühlemann ein.

Doch es gibt interessante und leckere Alternativen: Einige Gärtnereien bieten weniger bekannte, robuste Pflanzen an, die drinnen gut gedeihen und auch duftintensiv und dekorativ sind. Wie wäre es zum Beispiel mit einem violett blühenden Zimmerknoblauch, einem vietnamesischen Koriander mit dekorativen Blättern oder einem Tabascopflänzchen mit seinen kleinen scharfen Früchten? Wer keinen Anbieter solcher Spezialitäten in seiner Nähe hat, kann sich die Pflanzen problemlos per Post kommen lassen — seriöse Gärtnereien verpacken und verschicken ihre Ware so, dass die Pflanzen unversehrt ankommen.

Erntezeit: Januar bis Dezember

Kräuter gedeihen am besten, wenn sie gleich nach dem Kauf in Tontöpfe umziehen dürfen. Diese sollten mindestens doppelt so viel Platz bieten wie der Topf, aus dem sie stammen. Daniel Rühlemann rät, an der Erde und am Dünger nicht zu sparen. „Gute, relativ grobe und lockere Kräutererde und regelmäßiges Düngen macht die Pflanzen stark. Sie wachsen dann besonders üppig nach und sind weniger anfällig für Schädlinge.“ Wenn die Eisheiligen vorbei sind, freuen sich alle Kräuter über eine Frischluftkur auf einem sonnigen Balkon. „Nur der sensible Basilikum darf noch bis Juni drinnen bleiben“, sagt Rühlemann.

Grüne Hausapotheke

Ätherische Öle, Antioxidanzien, Saponine, entzündungshemmende Wirkstoffe — die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe vieler Kräuter sind nur zum Teil erforscht, obwohl sie sich durch traditionelle Anwendungen millionenfach bewährt haben. Fast jeder hat bei kleineren Alltagsbeschwerden schon mal einen Tee oder ein Kräuterpulver verwendet.

Schon gewusst?

Viele Teeliebhaber gehen davon aus, dass Kräuter erst getrocknet werden müssen, um anwendungsfertig zu sein. Das stimmt aber einzig und allein für die Teepflanze Camellia sinensis. Wahr ist jedoch, dass Kräuteraufgüsse aus frischen Pflanzenteilen oft überraschende Geschmacksvarianten zu bieten haben.